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Libchavy
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Libchavy (deutsch Lichwe, auch Lichwa, Lecha und 1227 na Lubhaue und Deutsch Lichwe genannt) ist eine Gemeinde im Okres Ústà nad Orlicà in Tschechien. Sie gehört zur Region Pardubice und liegt einen Kilometer nördlich der Bezirksstadt Ústà nad Orlicà (Wildenschwert).
Contents
• Geographie
• Geschichte
• Partnerstädte
• Literatur
• Einzelnachweise
• Weblinks
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Geographie
Libchavy erstreckt sich ĂĽber vier Kilometer in Nord-SĂĽd-Richtung im Tal des Baches LibchavskĂ˝ potok (Lichwer Bach) von ÄŚeskĂ© Libchavy bis zu dessen MĂĽndung in die Stille Adler. Die Gemeinde hatte im Jahre 2006 ca. 1.608 Einwohner und ist mit 2,214 km² die viertgrößte Gemeinde im Okres ĂšstĂ nad OrlicĂ.
Geschichte
Libchavy wurde erstmals 1227 als Wald Na Lubhaue (auf der Lubhau) schriftlich erwähnt. Die eigentliche Kolonisation des Ortes am Bach Lichwe entlang wurde zwischen 1265 und 1285 durch den Lokator („Besiedlungsagenten“) Wilhelm von DĂĽrnholz organisiert. Er warb nachweislich Ostfranken als Siedler, brachte sie an Ort und Stelle und teilte ihnen ihre Hufen zu. Von 1360 bis ins 17. Jahrhundert wurde Libchavy – vermutlich wegen der vielen deutschsprachigen Siedler – amtlich Deutsch-Lichwe genannt. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Besitzer des Ortes. Neben zeitweisem Heimfall an die Krone bzw. an die Böhmische Kammer sind als Besitzer verzeichnet: um 1360 Semil aus Brandeis, Burggraf von Landsberg, um 1405 die Herren Slepky, um 1418 Johann Caglow, nach dem eine MĂĽhle benannt worden war, ab 1502 die böhmische Adelsfamilie von Bubna, um 1623 Albrecht von Wallenstein und kurze Zeit später Maria Magdalena von Lobkowitz, die mit Jan Rudolf TrÄŤka von LĂpa verheiratet war. Sie verkaufte Libchaby 1624 dem FĂĽrsten Karl I. von Liechtenstein, der es mit seiner Herrschaft Landskron-Landsberg verband.
Partnerstädte
Gemeindegliederung
Libchavy besteht aus den Ortsteilen DolnĂ Libchavy (lateinisch Inferiori Lippavia) und HornĂ Libchavy (lateinisch Superiori Lippavia).
Aus dem ursprünglichen Deutsch Lichwe entstanden die drei Siedlungen Dolnà Libchavy (Nieder Lichwe), Prostřednà Libchavy (Mittel Lichwe) und Hornà Libchavy (Ober Lichwe), die heute alle zu Libchavy gehören (im Gegensatz zu dem nahebei und nördlich gelegenen Dorf České Libchavy (Böhmisch Lichwe)). Außerdem gehören zu Libchavy noch der nordwestlich bei Hornà Libchavy gelegene Weiler Darilek und der bei Dolnà Libchavy befindliche Weiler Cakle bzw. Cagel (Zackel).
Teilung und Zusammenlegung der Ortschaft
Die Adelsfamilie von Bubna teilte das ursprüngliche Deutsch Lichwe in Nieder Lichwe und Ober Lichwe, wobei die Einzelheiten der Teilung je nach Quellenlage variieren. Einerseits soll Nikolaus von Bubna den langgestreckten Ort unter seinen drei Söhnen aufgeteilt haben. In anderen Quellen werden als Urheber der Teilung um 1588 Albrecht von Bubna und Johann von Bubna genannt. Mittel Lichwe entstand 1591 aus dem Verkauf des nördlichen Teils von Nieder Lichwe von Johann von Bubna an Hermann von Bubna auf Doudleb-Joleni. Der Ortsteil Darilek basiert auf einem Meierhof, den ursprünglich Albrecht von Bubna anlegen ließ und der 1793 in 14 Parzellen aufgeteilt wurde. Die Teilung der drei Orte Ober Lichwe, Mittel Lichwe und Nieder Lichwe wurde erst am 30. April 1976 durch eine Gebietsreform rückgängig gemacht. Bis in die heutige Zeit hat sich die Zusammenlegung im allgemeinen Sprachgebrauch nicht durchgesetzt. Nach wie vor werden die Namen Dolnà Libchavy, Prostřednà Libchavy und Hornà Libchavy verwendet.
SehenswĂĽrdigkeiten
Die Lichwer Kirche wurde 1802 an der Stelle einer 1585 erbauten und 1799 abgebrannten Holzkirche errichtet. Der Hochaltar der Kirche wurde 1936 aufgestellt, er verdeckt vollständig ein wandfüllendes Altargemälde mit dem Hl. Nikolaus von 1890, das auf eine Stiftung des Fürsten Johann von Liechtenstein zurückgeht. In beiden Weltkriegen mussten jeweils die Kirchenglocken abgeliefert werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Pfarrei in Libchavy aufgegeben und die Gemeinde von Wildenschwert aus betreut, auch wurden keine neuen Glocken mehr beschafft. In kommunistischer Zeit blieben größere Renovierungen aus. Erst 1999 erhielt die Kirche wieder ein aus drei Glocken bestehendes Geläut.
Literatur
• Franz J. C. Gauglitz: Heimat Kreis Landskron. Heimatbuch für Stadt und Kreis Landskron. Zusammengestellt und bearbeitet. Zluhan, Bietigheim 1978.
• Hans Kaplan: Lichwe … eine selbständige Gemeindekirche im äußersten Zipfel des Schönhengstgaues. In: Schönhengster Jahrbuch. Bd. 48, 2002, ISSN 0487-6598, S. 92–96.
Einzelnachweise
cite-note-11. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2023 (PDF; 602 kB)
cite-note-22. ↑ Partnerstvà nadevše. In: Libchavy.cz. Abgerufen am 26. August 2021 (tschechisch).
Weblinks
Commons
: Libchavy
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
• Website der Gemeinde (mehrsprachig)